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Über Kruttinnen

Krutyń   (Kruttinnen )


Ein Dorf an dem malerische Flüsschen Kruttinna (Krutynia) , das als die schönste Paddelroute in Polen gilt.

             Am südlichsten Rand des Kreises Sensburg (Mragowo) liegt zwischen den unendlichen Wäldern der Johannisburger Heide (Puszcza Piska) weit weg von den Städten und versteckt in den Wäldern die Ortschaft Kruttinnen (Krutyn). “Das Dorf  Kruttinnen liegt malerisch an dem wunderschönen Flüsschen Kruttinna (Krutynia). Dieser Fluss ist an  beiden  Ufern mit Laubbäumen bepflanzt, die ihren Schatten auf die Wasserfläche werfen. Das Flüsschen ist im Durchschnitt 65 cm tief. Der Grund ist bewachsen mit Wasserpflanzen zu Wasserlilien. Die Ufer sind zugänglich und sandig. Im Frühjahr gibt es hier viele Fische und Krebse. Sie ist also ein idealer Ort zum Ausspannen und ein Paradies für Angler und Wassersportler. Am Flussufer entlang führt ein schöner, von Bäumen beschatteter  Weg. Etwa 500 m vom Dorf entfernt erstrecken sich in allen Richtungen Mischwälder, in denen die Eichen überwiegen. Dank seiner Lage ist Kruttinnen (Krutyn) ein Ort für den Fremdenverkehr.” So schön wurde Kruttinnen (Krutyn) in der Schulchronik von 1957 beschrieben.

            Die bezaubernde, wenn auch etwas chaotische Holzbauweise ist erhalten geblieben. Kleine, einstöckige Häuser geschmückt mit Veranden und Fensterläden stehen an den gewundenen Wegen. In einer alten Scheune vom Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich zur Zeit die Post. 

Geschichte


            Der Name des Ortes Kruttinna (Krutyn) kommt von dem Fluss, der auch den offiziellen Namen Kruttinna (Krutynia) trägt. Auf der Landkarte von Naronski aus dem Jahre 1663 wird sie als “Krutynia” erwähnt. Das ist ein Name aus dem Altpreussischen. Dieser Name bedeutet “ein schnellfließender und gewundener Fluss” und nicht wie einige irrtümlich annehmen “kurzer Fluss”.

             Die Anfänge der Ortschaft gehen auf sehr alte Zeiten zurück. Sie entstand ungefähr 1500 unter dem Hochmeister des Ritterordens Friedrich von Meissen als befestigte Jagdstation in dem Urwald, der damals zum Amt Sehesten (Szestno) gehörte. Diese Station wurde später in ein Jagdschlösschen umgebaut in dem Herzog Albrecht 1527 während der  Pestepidemie  Zuflucht suchte.  Dieses Schlösschen ist auch auf der Landkarte Preussens von Henneberg von 1576 verzeichnet. Danach weilte Kurfürst Georg Wilhelm hier mehrmals in den Jahren 1620, 1621, 1627 und 1629. Das war während des dreissigjährigen Krieges, der sich auch auf brandenburgischem Gebiet abspielte. Das Schlösschen in Krutyn wurde auch noch 1674 erwähnt.

             Um das Jahr 1651 wurde das Schlösschen Sitz des Oberförsters, zu dessen Aufgaben die  Aufsicht  über alle Wälder im Gebiet des Amtes Sehesten gehörte. Zu dieser Zeit wurde  die Ausbeutung des Waldes verstärkt mit dem Ziel, die Staatseinkünfte zu vermehren. Damals entstanden zahlreiche Teeröfen. Neben dem Sitz des Oberförsters entstand eine kleine Siedlung, in der Holzfäller, Brettschneider, Teerschweler und andere Waldarbeiter wohnten.

             Später im Jahre 1751 wurde der Hüttenfachmann Grzegorzewski mit dem Bau einer Glashütte am Fluss Krutynia beauftragt, die nur bis 1776 bestand. Man nannte sie Glaswerk Krutyn. Das war der Beginn des späteren Dorfes Alt Ukta.

             Die Forstkolonie Cruttinnen war 1782 weiter Sitz  eines Forstamtes und einer  Revierförsterei  und zählte damals 16 Feuerstellen. In der Nähe dieser Siedlung gab es damals eine Gastwirtschaft mit einer Feuerstelle und weiter flussabwärts Cruttinnenofen (Krutynski Piecek) mit drei Feuerstellen.

             1818 zählte die Siedlung Cruttinnen 27 Feuerstellen und 151 Einwohner, Cruttinnerofen 7 Feuerstelle und 33 Einwohner und Cruttinner Glashütte (später Alt-Ukta) 30 Feuerstellen und 299 Einwohner.

             Alle diese Dörfer wurden später von der Forstverwaltung getrennt und als eigene politische Gemeinden anerkannt. Das geschah mit Cruttinnen und Cruttinnerofen 1874 und etwas früher bereits 1806 mit Alt- und Neu-Ukta.

            1939 hatte das Dorf Kruttinnen (Krutyn) 436 Einwohner.  


Die Kruttinna (Krutynia) und der Kruttinner See (Jezioro Krutynskie)


            An  der beliebten etwa 100 km langen Paddelstrecke durch den Kruttinna-Fluss, die durch 17 Seen führt,  befinden sich die schönsten Ecken Masurens. Die Paddelstrecke beginnt am Warpuhn-See (Jezioro Warpunskie) und führt durch eine von Moränenhügeln geprägte Landschaft  zum Kruttinner See (Jezioro Krutynskie), aus dem  die eigentliche Kruttinna (Krutynia) entspringt.  Der Fluss durchläuft die Johannisburger Heide (Puszcza Piska) und mündet im Beldahn-See (Jezioro Beldanskie). Zum See führt ein schöner Naturweg, der am Ufer der sich malerisch vorbeischlängelnden Kruttinna entlanggeht. Die hohen Ufer sind bewachsen mit alten Kiefern und Eichen, die einen grünen Tunnel über dem Pfad bilden. Der Fußweg ist etwa 4 km lang. Der See und ein Teil des Flusses gehören zum Naturschutzgebiet Krutynia (273 ha) . Dort wachsen Buchen und Mischwald.  Eine Besonderheit sind die Wasserpflanzen: Süsswasserschwamm und der rote Bewuchs der “Blutsteine” am Grund des kritallklaren Flusses.